News

BAKS-Forum am 06.04.2022

April 2, 2022 um 17:45

Was baut mich auf? Kraftquellen fürs Leben. Veranstaltung für Interessierte und Mitwirkende in der Arbeit mit Älteren am Mittwoch, 6. April 2022, 17:30 bis 20:00 Uhr, Evangelische Auferstehungskirche Unteraichen, Lilienstraße 34, 70771 Leinfelden–Echterdingen.

Flyer zum Download [pdf]

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Neuer Konfi-Jahrgang 2022/2023

Februar 28, 2022 um 14:32

Wir laden alle Jugendlichen, die zurzeit die 7. Klasse besuchen, sehr herzlich zum Konfirmandenunterricht ein. Im April werden wir alle, die 2008/2009 geboren sind, anschreiben.
Entscheidend für die Teilnahme am Konfis ist die Klassenstufe. Das heißt, eingeladen sind diejenigen,
die nach den Sommerferien in der 8.Klasse sind.
Bitte melden Sie sich, wenn Ihr Sohn/Ihre Tochter kein Einladungsschreiben erhalten hat. Die Konfis
können am Mittwoch, 18. Mai 2022, von 18:00-19:30 Uhr im Sophie-Scholl-Haus, Bierawaweg
2/1, angemeldet werden – oder Sie bringen die Anmeldung im Gemeindebüro Lindenstr. 1 vorbei.
Die Konfirmationstermine geben wir in der Stadtrundschau und auf unserer Homepage bekannt, sobald
diese feststehen – vermutlich Ende März.
Wenn Sie Fragen haben, können Sie gerne anrufen oder schreiben: Tel. 0711 3430159, E-Mail .

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Man lässt keinen Menschen ertrinken. Punkt.

Februar 28, 2022 um 14:15

Veranstaltung am Freitag, 29. April um 19:30 Uhr mit Kapitän Friedhold Ulonska und Asylpfarrerin Ines Fischer in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche.
Nehmen Sie sich Zeit für einen spannenden Abend zu einem Thema, das uns alle bewegt: Friedhold Ulonska berichtet von seiner Arbeit in der Seenotrettung. Der ehemalige Unternehmensberater ist erfahrener Segler und Kapitän. Er war mehrfach auf dem Mittelmeer unterwegs und hat dabei Rettungsaktionen von Geflüchteten durchgeführt. Sein Vortrag gibt einen Überblick darüber, wie Rettungsmissionen ablaufen, über die Entwicklung der zivilen Seenotrettung und über den
Bordalltag. Ulonska fragt zudem kritisch nach den zunehmend phantasievollen Manövern der EU-Regierungen, mit denen zivile Seenotrettung erschwert wird.
Ines Fischer moderiert diesen Abend. Sie ist engagierte Asylpfarrerin in der Prälatur Reutlingen und hat täglich mit Geflüchteten zu tun.

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Betreuung älterer Menschen in Corona-Zeiten

Januar 30, 2022 um 12:58

Film über SOfiA in Ostfildern. Eine ansprechende Werbung für SOfiA (Selbstständig in Ostfildern auch im Alter) ist mit einem Filmstreifen gelungen. Um das Angebot von SOfiA bekannter zu machen, wurde vom Vorstand unter der Leitung von Oberbürgermeister Christof Bolay ein Filmprojekt in Auftrag gegeben.      

Samuel Müller, ein Student an der Hochschule der Medien in Stuttgart und München und aufgewachsen in der Parksiedlung, hat zusammen mit 2 Kommilitonen eine eindrucksvolle kleine Dokumentation über eine Besuchspatin und ihr „Patenkind“ gedreht. Der Film zeigt auf, welche Möglichkeiten der Verein SOfiA für ältere Menschen bietet, die solange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und gut begleitet und versorgt werden möchten. Er lädt auch ein zur Mitarbeit als BesuchspatIn und zur finanziellen Unterstützung. Zu sehen ist der Film, mit weiteren Informationen zu SOfiA,  auf der Homepage des Vereins (www.sofia-ostfildern.de).  

Für den Verein SOfiA  ist die Corona-Pandemie eine große Herausforderung. Es muss die vertraglich zugesicherte Betreuung der Menschen trotz aller Einschränkungen und Regelungen aufrecht erhalten werden. Auch die bürgerschaftlich engagierten Besuchspatinnen benötigten Hilfestellung und Begleitung, die von Frau Weber, der Koordinatorin des Vereins, umsichtig geleistet wird,

Mit Haustür-oder Fenstergesprächen, mit Spaziergängen, vielen Telefongesprächen, mit 9 Briefen des 2. Vorsitzenden Pfr.i.R. Richard Genth, und seit diesem Sommer auch wieder mit Hausbesuchen, wird die Betreuung und der Kontakt zu den Vertragsnehmern und Mitgliedern aufrecht erhalten.

Ein geplanter Dankabend für die BesuchspatInnen mit einem Empfang bei dem 1. Vorsitzenden OB Bolay musste abgesagt werden. Dafür bekamen diese einen Dankbrief von Herrn Bolay und einen Büchergutschein vom Verein. Und statt der Ende November geplanten Adventsfeier wurde allen mit SOfiA Verbundenen ein Weihnachtsbrief von Herrn Bolay und ein schöner Kalender zugesandt.

Rückmeldungen zeigen, dass unsere Bemühungen dankbar angenommen werden.

Den Info-Flyer von SOfiA finden Sie hier zum Download [pdf].

(Richard Genth)

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Lust und Zeit?

November 30, 2021 um 19:24

Für alle, die das Gefühl haben, während des Lockdowns auf dem Sofa eingerostet zu sein und wieder aktiver werden zu wollen, bietet unsere Gemeinde viele Möglichkeiten.

Wir freuen uns in verschiedenen Gruppen über neue Teilnehmer:innen oder Unterstützung.

In loser Folge werden wir in den nächsten Gemeindebriefen Aktivitäten vorstellen, bei denen wir Ihre Mitarbeit gut brauchen könnten. Ob punktuell oder regelmäßig, das bestimmen Sie selbst. Z.B. beim

Kirchenkaffee
An einem Sonntag pro Monat möchten wir nach dem Gottesdienst wieder Kaffee und – so bald wie möglich – auch Kuchen anbieten, immer im Rahmen der Möglichkeiten. Das Gemeindefest hat uns gezeigt, wie schön es ist, sich wieder so treffen zu können.
Haben Sie Lust, ab und zu eine Probe Ihrer Backkunst abzugeben? Oder unseren Capucchino-Automaten zu bedienen, gerne mit schicker Kellnerschürze.

Sprechen Sie uns sonntags an oder rufen Sie einfach an, Tel 0711 3430159, oder schreiben Sie uns eine E-Mail an .

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Die Kirche – eine Herberge?

November 30, 2021 um 15:16

Bei der Vorbereitung zum Gemeindefest wuselten am  Sonntag  vor  dem  Gottesdienst  viele Mitarbeitende in der Bonhoeffer-Kirche. Da kam eine  Mitarbeiterin  auf  mich  zu:  „Oben  auf  der Empore ist ein junger Mann. Der sieht irgendwie verstört aus.“ Kurz darauf eine andere: „Da ist ein Jugendlicher, der hat hier in der Kirche geschlafen, hat  er  mir  gesagt.  Da  musst  du  dich  drum kümmern.“ Und tatsächlich: der Jugendliche hatte es nach einem Fest in der Parksiedlung nicht mehr nach Hause geschafft. Im Vorbereitungstrubel am Samstag  blieb  der  Nebeneingang  zur  Kirche unverschlossen und der junge Mann fand dadurch einen sicheren Schlafplatz. Die Toilette habe er benutzt, aber sonst wirklich nichts angefasst, hat er mir versichert. Er war noch ganz verpeilt und wirkte richtig schutzlos. Wir waren alle miteinander froh, dass  er  die  Nacht  in  der  Kirche verbracht  und wohlbehalten überstanden hat. Und eigentlich war es ein gutes Gefühl, dass unsere Kirche Herberge war. Normalerweise ist die Kirche verschlossen. Es gab in der Vergangenheit schon zu viele negative Erfahrungen. Dass Leute herumgelungert sind. Müll, Dreck und Durcheinander zurückgelassen wurde. Und es besteht die Gefahr, dass die Lautsprecheranlage gestohlen wird.

In Nellingen ist das anders. St.Blasius ist zumindest tagsüber offen – immerhin zeitweise eine offene Kirche. Doch Herbergen – das sind unsere Kirchen nicht; und wenn, dann nur zufällig und ausnahmsweise. Aber sollten Kirchen nicht per se Zufluchtsstätten sein? Orte, an denen man sich in Sicherheit bringen, Asyl bekommen, Unterschlupf finden kann?

Im vergangenen Jahr machte sich die Bonhoeffer-Kirchengemeinde  auf  „Herbergssuche“.  Das Weihnachtsmusical  konnte  wegen  Corona  nicht stattfinden, und so haben wir im Bibelgarten die Herbergssuche mit vielen Stationen nachgespielt. Und nicht nur das.

Wir haben uns überlegt, wo heute Menschen auf der Suche sind – nach einer Unterkunft, einer neuen Heimat, einem Ort, an dem sie dem Alltag entfliehen können. Da gab es Obdachlose, Flüchtlinge im Zelt, Urlauber und den Nikolaus, der in seine türkische Heimat wollte. Auch in diesem Jahr werden wir uns wieder auf die Suche machen. Mit Maria und Josef an Türen klopfen. Menschen treffen, die eine Heimat suchen. Es wird auch wieder Thema sein, wie das bei uns ist mit der Herberge, den offenen Türen. Und inwiefern Anspruch und Wirklichkeit zusammenpassen.

Die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) hat sich 2020 entschieden, dass wir als Kirche aktiv etwas für die Menschen auf der Flucht tun müssen. Aus überwiegend kirchlichen Mitteln wurde das Rettungsschiff „seawatch 4“ gekauft. Damit werden Flüchtlinge aus  dem  Mittelmeer  geborgen.  Das Projekt ist  auch  in  kirchlichen  Kreisen  nicht unumstritten. Arbeitet man mit einem Rettungsschiff nicht Schleppern in die Arme, die bewusst Menschen in eine lebensgefährliche Situation bringen? Wäre das Geld nicht in den Herkunftsländern besser angelegt? Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm betont, dass es natürlich die bleibende Aufgabe von Kirche und Diakonie sei, Menschen in ihren afrikanischen Heimatländern eine Perspektive zu erarbeiten. Aber hier gehe es um akute Nothilfe. „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“ Wenn jemand eine Herberge braucht, fragt man nicht, warum.

Die Jahreslosung für das Jahr 2022 steht im Johannesevangelium: „Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ (Johannes 6,37).

Das Jesuswort ist ein Zuspruch an uns alle. Jede und jeder findet bei Jesus offene Türen. Wir werden von Gott angenommen, so wie wir sind. Mit unseren Eigenarten, unserer Geschichte, unserer Herkunft, unserem Lebensweg.

Ohne besonders darüber nachzudenken, habe ich die Jahreslosung zunächst zur Kenntnis genommen. Wie in jedem Jahr haben wir uns dann auf die Suche nach einem passenden Jahreslosungs-Plakat für den Eingangsbereich der Kirche und die Gemeindehäuser gemacht. Haben die Angebote der Verlage nach einem ansprechenden Motiv durchsucht. Zwei Plakatentwürfe sind uns sofort ins Auge gesprungen. Die Jahreslosung auf einem Foto mit Flüchtlingsbooten. Nicht abweisen – die Menschen, die zu uns kommen. Hilfe suchen. Ihre Heimat verlassen haben. Umgehend befanden wir uns in einer lebhaften Diskussion. Geht es darum in dem Jesuswort? Ist das Motiv nicht zu provozierend? Wie soll das gehen? Wir können doch nicht alle aufnehmen. Unser Land, unsere Sozialsysteme, unsere Wirtschaft wird den ungezügelten Zustrom nicht verkraften. Mutet Jesus uns das zu?

Am Ende haben wir uns für dieses Jahreslosungsplakat entschieden. Und wir wollen die Fragen, die Diskussionen, die Gedanken dazu an einem Abend im Januar mit Ihnen gemeinsam erörtern. Als Gast haben wir dazu Ines Fischer, Pfarrerin für Asyl in der Prälatur Reutlingen und Friedhold Ulonska, Kapitän auf dem Rettungsschiff „Seawatch“ angefragt. Genaueres wird noch bekannt gegeben.

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“  Zuspruch oder Zumutung? Oder beides? Wäre durchaus im Sinne der Bergpredigt: die Feinde lieben, die andere Wange hinhalten – nicht abweisen, wenn jemand zu uns kommt. (Bernd Schönhaar)

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Adventsfenster „to go“ & Andachten

November 29, 2021 um 15:33

Adventsfenster „to go“ & Andachten 2021 vom 1. bis 23. Dezember in Nellingen und im Scharnhauser Park. Jeden Tag von 15 bis 20 Uhr – soweit nichts anderes angegeben – gibt es an einem anderen Haus für Erwachsene und Kinder eine kleine Überraschung!

[Flyer]

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Advent mit allen Sinnen

November 24, 2021 um 20:36

Eine Adventsfeier für Erwachsene und Kinder im Bibelgarten an allen Adventsonntagen 18 – 18:30 Uhr, begleitet von Blasmusik St. Dominikus.
ORT: Im Bibelgarten im Scharnhauser Park.

[Flyer]

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Orangenaktion

November 2, 2021 um 11:24

Am 28. November 2021 läuft wieder die Orangenaktion des Ev. Jugendwerkes zugunsten von YMCA Schulen in Nigeria. Die Orangen werden am Sonntag, 1. Advent, nach dem Gottesdienst gegen eine Spende verteilt. Sie können gerne per Telefon im Gemeindebüro (3430159) oder per E-Mail Orangen vorbestellen. Bei uns wird in der Kirche auch eine Bestellliste ausliegen. Spendenwert einer Orange ein Euro. Die Orangen werden abgepackt in Tüten angeboten.

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Teilen

Oktober 14, 2021 um 17:30

Teilen – Abendmahl und Zeit – Fällt das Teilen leichter, wenn man viel hat? Sind es gerade die Armen, die sich gegenseitig helfen und miteinander teilen?
Große Fragen, die uns zum Nachdenken anregen.
Außer Frage steht jedoch: Wenn etwas richtig knapp ist, fällt teilen sicher besonders schwer. Wenn das Geld für das Nötigste nicht ausreicht, Lebensmittel fehlen und das eigene Leben in Gefahr ist.
Die Theologieprofessorin Luzia Sutter Rehmann liest die Bibel mit einem wachen Blick auf den Hunger. Er zieht sich auch wie ein roter Faden durch das Neue Testament. Dieser Gedanke hat mich beschäftigt.
Zur Zeit Jesu und des Neuen Testaments war der Hunger für die meisten Menschen ein Dauerzustand. Im ganzen Römischen Reich gab es eine enorme Armut. Auf dem Land und in den Städten gehörten schätzungsweise 96-99% der Bevölkerung der Unterschicht an. Eine Mittelschicht gab es nicht – dagegen hatte eine kleine, sehr reiche Elite alle Fäden in der Hand. Gerade einmal 10% der Bevölkerung einer durchschnittlichen Stadt des Römischen Reiches hatten genug zu essen.
Wir als wohlgenährte Menschen der Neuzeit in Europa haben den Hunger kaum im Blick. Hunger kommt in unserem Alltag nicht oder nur selten vor. Aber wenn wir biblische Texte verstehen wollen, müssen wir den Hunger und die existentielle Bedrohung der Menschen vor Augen haben. Auch, dass Armut von den Menschen nicht als von Gott gegeben, sondern als Unrecht erlebt wurde. Ein Unrecht, das ihren Kindern Gewalt antat, Menschen gewaltbereit machte, Gemeinschaft zerstörte und die Zukunft gefährdete.
Prof. Sutter Rehmann hat eine spannende Beobachtung gemacht: Bei vielen Übersetzungen der biblischen Texte ins Deutsche wurde der Hungeraspekt abgeschwächt – weil er bei den Übersetzerinnen und Übersetzern wohl keine Rolle spielte. Dies zeigt sich zum Beispiel beim Bericht von der Speisung der 5000 (Mk 6). In der deutschen Übersetzung wird von den Menschen gesagt: „Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie hatten nicht Zeit genug zum Essen.“ (Mk 6,31) So übersetzt heißt das: Essen gab es, aber den Leuten fehlte einfach die Zeit. Das kennen wir alle – vor lauter Hektik kommt man nicht zum Essen. So wird aber ein neuzeitliches Problem in den biblischen Text hineingetragen.
Im Griechischen heißt der Satz genau genommen „Die Zeiten waren nicht gut, um zu essen.“ Oder einfacher: „Es gab zu der Zeit nichts zu essen.“
Die Menschen gingen also hin und her, waren orientierungslos, weil sie Hunger hatten. Die Oberen und Reichen dagegen speisten am königlichen Bankett, wo der Tod Johannes des Täufers beschlossen wurde (Mk 6,14ff). Was für ein Gegensatz, was für eine Ungerechtigkeit!
Bei vielen Worten Jesu muss man dieses Verlangen der Menschen nach Brot, Gerechtigkeit und Leben im Blick haben. Dass dies zusammengehört. Wenn in der Apostelgeschichte von den Problemen bei der Witwenversorgung oder bei den Mahlfeiern berichtet wird, hat das mit diesem Hunger zu tun. Der Hunger kann Menschen aggressiv machen – erst recht, wenn sie sich nicht gerecht behandelt fühlen.
„Das tut zu meinem Gedächtnis“, sagt Jesus beim Abendmahl zu seinen Jüngern – teilt Brot und Wein. Für uns ist das Abendmahl ein Sakrament, eine symbolische Handlung, mit der wir die Auferstehung Jesu Christi und die Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen feiern. Wir haben genug und manchmal denkt man vielleicht: Die Oblate klebt am Gaumen, das Brot ist trocken, der Wein mittelmäßig, der Traubensaft zu süß. Und gemeinsam aus einem Kelch trinken, das geht aus hygienischen Gründen ja überhaupt nicht mehr. Teilt Brot und Wein – und so entsteht Gemeinschaft.
Das ist eine andere Sichtweise. Denn Hunger und Gemeinschaft gehen schwer zusammen. Wenn man Brot hat, geht das besser. Das hat sich im Lateinischen „cum pane“ erhalten – ein „Kumpan“ ist einer, mit dem man das Brot teilt. Teilt Brot und Wein – das kann in neutestamentlicher Zeit ganz existentiell bedeuten: Teilt eure knappen Güter, damit alle satt werden – dann entsteht Gemeinschaft.
Unser knappes Gut: Zeit. Wie schwer ist es manchmal, einen gemeinsamen Termin zu finden. Alle an einen Tisch zu bringen. Keine Zeit. Dabei kann Gemeinschaft nur entstehen, wenn man Brot und auch Zeit miteinander teilt. Jesus hatte sich Zeit für seine Mitmenschen genommen. Er ist auf sie zugegangen. Hat sich von Menschen am Rande der Gesellschaft einladen lassen, ist an ihren Tisch gesessen und hat mit ihnen geredet.
Was für ein Geschenk, wenn jemand seine bzw. ihre Zeit schenkt. Nicht gleich wieder weg muss. Und was wären unsere Gemeinden, wenn sich Menschen nicht mit ihrer Zeit ehrenamtlich engagieren würden, zuhören, miteinander arbeiten, spielen, feiern, diskutieren, auf Freizeiten gehen, grillen, wandern, Gemeinschaft ermöglichen? Gemeinde lebt von geteilter Zeit, von geteiltem Brot und Wein, Solidarität und geteiltem Leben – weil Jesus Christus hier gegenwärtig ist.
Bernd Schönhaar

Foodsharing „rettet“ ungewollte und überproduzierte Lebensmittel

Carolin Rady aus Ostfildern wohnte während ihres Studiums in Karlsruhe im Studentenwohnheim HaDiKo, dem größten selbstverwalteten Wohnheim in Deutschland. Sie lernte dort Foodsharing kennen und betreibt es immer noch.
In Deutschland und ein paar anderen angrenzenden Ländern gibt es seit 2012 einen Verein, der sich dafür einsetzt, dass weniger Lebensmittel einfach weggeschmissen und somit vor der Vernichtung „gerettet“ werden.
Ich selbst bin vor ein paar Jahren dazu gekommen, als mich ein Mitbewohner im Wohnheim darauf aufmerksam gemacht hat. Zwar wusste ich schon früher, dass es so etwas wie „containern“ gibt, also nachts heimlich zu den Hintereingängen der Supermärkte gehen, um dort Lebensmittel aus den Müllcontainern zu fischen. Dass dies allerdings legal und mit Absprache von den Betrieben geht, wurde mir erst durch den Foodsharing e.V. klar.
Das Ganze läuft im Grunde so ab: Betriebe, wie z.B. Supermärkte oder Restaurants, werden vom Verein kontaktiert. Danach wird abgesprochen, wie oft pro Woche abgeholt wird. Danach sucht sich ein Mitglied einen Slot aus, der ihm/ihr passt. Zum Zeitpunkt der Abholung geht man zu den Verkäufern, spricht sie an und die Verkäufer holen schnell die Lebensmittel, die sie sonst wegschmeißen würden, aus dem Kühlhaus.
Danach müssen die Lebensmittel nur noch verteilt werden. Denn meist sind die Mengen zu groß, als das ein Haushalt sie problemlos wegbekommt. Also bringt man sie zu so genannten Verteilern, wo sich jeder, der möchte, dort etwas abholen kann. Bei uns war dies das HaDiKo Wohnheim. Mit ca. 1000 Bewohnern fand sich eigentlich immer jemand, der irgendwas davon verarbeiten konnte.
Viele der Lebensmittel, die wir bekommen, sind über dem MHD, aber noch ohne Probleme essbar. Ein Teil sind eingerissene Packungen oder Eier-Kartons, bei denen ein Ei kaputt ist.
Foodsharing hat gleich mehrere Vorteile Die Welt wird ein kleines bisschen besser dadurch, dass weniger Essen weggeworfen wird. Man lernt recht schnell Leute kennen, die ähnliche Einstellungen haben. Nicht zu unterschätzen ist auch die Geldeinsparung. Allerdings ist zu beachten, dass es etwas dauern kann, bis man den Anschluss gefunden hat und man sollte einplanen, dass ein größerer Teil Freizeit verschwindet.
Zum Schluss noch: Der Foodsharing e.V. ist kostenlos und jeder kann beitreten. Bei Interesse findet man alle Informationen auf www.foodsharing.de

In Ostfildern-Nellingen ist in der Otto-Schuster-Straße 40 ebenfalls ein Fair-Teiler geplant: Lebensmittel kann man immer teilen! Meist ist der Kühlschrank zu voll, um alles zu verwerten, und bei vielen Menschen landet das eine oder andere Lebensmittel dann leider doch im Müll, ohne dass es verwertet wurde.
Aber nicht nur in Privathaushalten wird falsch kalkuliert, auch bei Supermärkten, Bäckereien oder Restaurants. Die Organisation foodsharing versucht, dies zu verhindern! Viele ehrenamtliche Helfer retten Lebensmittel vor der Tonne bei Betrieben, um diese privat kostenlos weiter zu fairteilen! Manchmal werden so viele Lebensmittel gerettet, dass man diese nicht in seinem Umfeld fairteilen kann. Hierfür gibt es bei foodsharing in manchen Orten sogenannte „Fair-Teiler“ eine öffentlich zugängliche Abgabestelle für Lebensmittel. In den Fair-Teiler können foodsaver die Lebensmittel bringen und alle Menschen dürfen sich dort kostenlos bedienen
Friedrike Hahn

Trend „Sharing Economy“ – teilen online
Ein nicht mehr ganz neuer Trend des Teilens wird mit dem Begriff „sharing economy“ (Wirtschaft des Teilens) bezeichnet. Die Idee dahinter: Ressourcen schonen durch bessere Nutzung von Gütern, indem man sie teilt. Neu ist der Aspekt, dass für die Vermittlung der geteilten Güter nicht mehr bestehende Institutionen (Bücherei, Kleinanzeigen, Tauschbörsen, etc.) oder soziale Kontakte (Familie, Freunde) in Anspruch genommen werden, sondern zunehmend eigens dafür eingerichtete Online-Plattformen und Apps. Sie machen das Teilen zum Markt und verdienen häufig selbst daran. Deshalb sind Sharing-Angebote auch umstritten.
Plattformen wie „airbnb“ (Zimmer-Vermietung), „Uber“ (Taxidienst in Privatautos – in Deutschland nicht zugelassen), „blablacar“ (Mitfahrgelegenheit in Privatautos) stehen in der Kritik, weil ihre Angebote in Konkurrenz zu gewerblich regulierten Anbietern treten und deren Auflagen unterlaufen. Das betrifft beispielsweise die Versteuerung der Einkünfte oder die Einhaltung arbeitsrechtlicher Regelungen. Diese Verantwortung wälzen die Plattforminhaber an die Leistungsanbieter ab und zwingen diese damit in die Selbstständigkeit.
Trotzdem kann man online mittlerweile so ziemlich alles „sharen“ (englisch für teilen): Fahrräder, getragene Klamotten, Bohrmaschinen, Rasenmäher, Schulreferate, Essensreste, Tanzpartner, Kinderspielzeug, sogar die Oma oder den Hund. Manch einer sieht in dem bewussteren Einsatz von Ressourcen die Gesellschaft der Zukunft, andere eher ein Nischenphänomen.
Während bei vielen Nutzern dieser Form des Teilens ethische und Umweltaspekte im Vordergrund stehen, nutzen andere das Sharing, um Geld zu verdienen oder mit Menschen in Kontakt zu kommen. So unterschiedlich die Motivationen dafür sein mögen, wenn man einmal darüber nachdenkt, teilen wir sehr viel mit anderen, manches gegen Geld, manches gegen Gegenleistung, manches aus Freundschaft und einiges aus Idealismus. Teilen schafft Gemeinschaft.
Es kann aus einer Notwendigkeit ein Ereignis machen und Freundschaften festigen oder sogar entstehen lassen. Das macht in meinen Augen den Reiz des Teilens aus, neben der Ersparnis, von der man profitiert, wenn man sich nicht alles selbst anschaffen muss.
Ich habe einmal Resümee gezogen, was ich teile, online und analog: Ich bin gerne auf „ebay-Kleinanzeigen“ und in der Facebook-Gruppe „free your stuff Stuttgart“ (Gegenstände, die kostenlos abgegeben werden) unterwegs und habe dort schon den einen oder anderen Gegenstand inseriert und auch abgeholt. Ich war im Urlaub schon in Airbnb-Unterkünften und habe als Studentin Mitfahrgelegenheiten in Privat-PKWs auf verschiedenen Online-Plattformen genutzt. Auf freundschaftlicher Basis habe ich eine Reitbeteiligung für mein Pferd vergeben und tausche regelmäßig Klamotten mit Freundinnen in einem privaten Kleiderkreisel. Auch Werkzeug habe ich bislang nur unter Freunden und Verwandten ver- und geliehen. Für Bücher nutze ich neben dem Tausch mit Freunden und Familie die Apps „rebuy“ und „momox“ bzw. „medimops“. Ich kann mir vorstellen, in Zukunft kein eigenes Auto mehr zu unterhalten, sondern auf Carsharing zurückzugreifen. Foodsharing-Angebote habe ich persönlich bislang noch nicht genutzt, könnte mir auch das für die Zukunft vorstellen (vor allem Angebote wie das Café Immersatt in Stuttgart).
Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser fällt bestimmt auch etwas ein, das Sie teilen, sei es „klassisch“ wie die geliehene Bohrmaschine an den Nachbarn oder „modern“ wie Gassigehen über „dogsharing“. Wo teilen Sie im Alltag? Nutzen Sie Sharing-Angebote online?
Ich freue mich, wenn Sie mir Ihr persönliches Resümee schicken an: .
Lena Illek

Geld teilen – Oikokredit – Investitionen mit sozialer Wirkung
Geld teilen – OIKOKREDIT ist eine Möglichkeit, das Geld verantwortungsvoll und sinnvoll anzulegen. In dieser Zeit bringt ein Sparbuch keine Zinsen, im Gegenteil, bei manchem Geldinstitut kostet es.
Schon ein kleiner Betrag angelegt und auch wieder kurzfristig verfügbar bei OIKOkredit hilft Menschen, die auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind.
Aus dem Flyer von OIKOKREDIT:
Oikokredit ist eine internationale Genossenschaft, in die rund 52.000 Menschen und Organisationen investieren. (Anm. der Redaktion: So auch der CVJM Nellingen) Die Grundidee dahinter: Viele benachteiligte Menschen haben Ideen, wie sie ihr Leben verändern können, doch oft fehlt ihnen ein finanzieller Anschub. Oikokredit vergibt daher Darlehen an Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften sowie mittlere und kleine Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Mit dem Geld ihrer Anlegerinnen und Anleger leistet Oikokredit so Hilfe zur Selbsthilfe.
Oikokredit wurde gegründet, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern und einen ethischen Umgang mit Geld zu ermöglichen. Seit 1975 führt Oikokredit erfolgreich vor, dass sozial verantwortliche Investitionen auch wirtschaftlich funktionieren. Das Geld unserer Anlegerinnen und Anleger fließt nicht in spekulative und undurchschaubare Finanzprodukte, sondern dorthin, wo es dringend benötigt wird, in die Realwirtschaft benachteiligter Länder. www.oikokredit.de

Mantel teilen – Leben teilen
Martin von Tours ist am meisten bekannt durch seine Mantelteilung am Stadttour. Jedes Jahr spielen wir das nach bei den Martinsfeiern in Kindergärten und alle zwei Jahre in der Parksiedlung zwischen St Dominikus Kirche und Dietrich-Bonhoeffer-Kirche und im andren Jahr im Scharnhauser Park zwischen Stadthaus und der Parkspielerei.
Wir hoffen, dass die Corona Zwangspause jetzt vorbei ist!
Mantel teilen… Jesus sagt in der Bergpredigt: Wenn … lass ihm auch deinen Mantel. Martinus ist von Jesus inspiriert, seinen Mantel mit dem frierenden Bettler zu teilen. In der nächsten Nacht träumt Martinus davon, dass Jesus die Mantelhälfte in der Hand hält und zu ihm sagt: Du hast mit mir deinen Mantel geteilt. Der noch nicht getaufte Martinus entdeckt im Christsein und in der Kirche das Mehr für sein Leben. Aus dem „kleinen Mars“, dem kleinen Kriegsgott, wie ihn sein Vater nannte, wird Christ und Bischof, der ganz einfach bleibt, der einfach nur sein Leben und seinen Glauben mit anderen teilen möchte.
Martinus steht fürs Teilen, für Verständigung und Versöhnung in Europa. Er ist, wenn man so sagen darf, einer der großen Europäer.
In den Tagen Ende Juli, in denen ich diese Worte schreibe, erleben wir in Deutschland große Hilfsbereitschaft, großes Teilen mit den von der Flutkatastrophe so gebeutelten Mitmenschen. Vieles berührt uns da, z.B. der Pizzabäcker, der in die zerstörten Orte fährt und Pizza verteilt. Esst, was ihr könnt. Oder der Baggerfahrer, der unter Einsatz seines Lebens den verstopften Auslauf des Staudamms frei macht und so das Bersten des Staudammes verhindert.
Leben teilen – unter diesem Motto steht im nächsten Jahr in Stuttgart der Katholikentag vom 25.-29. Mai 2022- Dieses Motto entstand aus der Mantelteilung des Martinus. Denn: Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat den Heiligen Martin als ihren Patron. Wir alle – evangelische wie katholische Christen – sind herzlich zum Glaubensfest und den vielfältigen Foren ganz in der Nähe eingeladen. Nutzen wir die Chance, auch um Zeugnis für unsre gute Ökumene in Ostfildern zu geben! Wer katholikentags TeilnehmerInnen bei sich daheim als Gast aufnehmen kann, melde sich bitte beim katholischen Pfarramt in Ruit. Wenn wir einige Gäste beherbergen, können wir gern an einem Abend zu einer ökumenischen Begegnung und Gebet einladen.
Mantel teilen – so heißt eine Aktion zur Vorbereitung des Katholikentags. Jede Gruppe oder Gemeinde kann ein Stück roten Stoffs gestalten. Diese werden zum weltgrößten Martinusmantel zusammengenäht und beim Katholikentag ausgestellt. (www.drs.de/katholikentag/mantelteilen).
Mantel teilen – Leben teilen. Das tun wir jeden Tag in kleinen guten Taten. Unspektakulär, aber so wichtig. Es sind diese kleinen Puzzleteile, die das schöne Ganze des Miteinanders ergeben, auch bei uns in Ostfildern. Nur ein paar Beispiele: die Jugendlichen bei der Jubo (Jugendbühne), die für die Kinderbibeltage Engagierten, alle, die Begegnung in unseren Gemeinden ermöglichen z.B. beim Bazar, die, die helfen, dass Gottesdienste lebendig und lebensnah werden, die, die den Senioren zu einem frohen Nachmittag verhelfen, ErzieherInnen und Eltern in unsren KiTas… Mantel teilen – Leben teilen.
Nur so bekommt Leben Sinn!
Klaus Alender

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